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Codex verabschiedet weltweit neue Regeln für Spurenwarnungen von Allergenen – ein wichtiger Schritt für Menschen mit Zöliakie
Bei Gluten-Free Hub EU sind wir bestrebt, Sie nicht nur darüber zu informieren, wo Sie sichere glutenfreie Lebensmittel kaufen oder genießen können, sondern auch über die wichtigsten Neuigkeiten, die das Leben von Menschen mit Zöliakie beeinflussen.
Vor einigen Wochen haben wir über das Webinar der AOECS berichtet, in dem die vorgeschlagenen Änderungen der Regeln zur Allergenkennzeichnung vorgestellt wurden. Nun liegt die offizielle Bestätigung vor: Am 6. Juli 2026 hat die Codex-Alimentarius-Kommission auf ihrer 48. Tagung neue internationale Richtlinien für die vorsorgliche Allergenkennzeichnung (Precautionary Allergen Labelling – PAL) verabschiedet, die Verbrauchern vor allem durch Hinweise wie „kann enthalten“ bekannt ist. Auch wenn sich die Kennzeichnungen auf den Produkten nicht über Nacht ändern werden, ist dies ein wichtiger Meilenstein, der die Gesetzgebung weltweit in den kommenden Jahren beeinflussen wird, auch in der Europäischen Union.
Was genau ist der Codex Alimentarius?
Der Codex Alimentarius ist eine internationale Sammlung von Standards für Lebensmittelsicherheit und -kennzeichnung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erstellt wird.
Obwohl die Codex-Standards keine direkte Gesetzgebung darstellen, bilden sie die Grundlage, auf der viele Länder – so auch die Europäische Union – ihre Vorschriften ausarbeiten. Daher haben die Entscheidungen des Codex einen großen Einfluss auf die künftigen Regeln für die Lebensmittelkennzeichnung.
Was ändert sich?
Die neuen Regeln legen mehrere wichtige Prinzipien fest.
Der Warnhinweis „kann enthalten“ wird nur noch bei einem tatsächlichen Risiko zulässig sein
Eines der größten Probleme für Menschen mit Zöliakie ist die übermäßige Verwendung von kann enthalten-Hinweisen. Viele Hersteller nutzen diese heute lediglich zur rechtlichen Absicherung, selbst wenn das Risiko vernachlässigbar oder gar nicht vorhanden ist.
Nach den neuen Richtlinien muss der Hersteller vor der Verwendung einer solchen Kennzeichnung eine Risikobewertung durchführen. Der Warnhinweis ist nur dann zulässig, wenn ein echtes Risiko oberhalb der festgelegten Referenzwerte besteht.
Dies bedeutet, dass es in Zukunft deutlich weniger unnötige Warnungen geben sollte.
Hersteller müssen Kreuzkontaminationen aktiv minimieren
Anstatt sich auf den Hinweis kann enthalten zu verlassen, betonen die neuen Regeln die Vermeidung von Kreuzkontaminationen in der Produktion.
Dies bedeutet mehr Verantwortung für die Hersteller und potenziell eine größere Auswahl an Produkten ohne unnötige Warnhinweise.
Gluten ist nun offiziell im System enthalten
Als die Ausarbeitung der Richtlinien begann, war Gluten gar nicht angemessen berücksichtigt.
Dank des Engagements der AOECS sowie von Zöliakie-Organisationen aus Europa, Kanada und den USA sind glutenhaltige Getreidesorten nun offiziell in den neuen Regeln enthalten.
Dies ist eine bedeutende Anerkennung der Bedürfnisse von Menschen mit Zöliakie auf globaler Ebene.
„Glutenfrei“ und „kann enthalten“ dürfen nicht auf demselben Produkt stehen
Die neuen Regeln stellen klar, dass ein als glutenfrei gekennzeichnetes Produkt nicht gleichzeitig den Warnhinweis kann Gluten enthalten tragen darf.
Dies ist eine äußerst wichtige Änderung, da sie bestätigt, dass die Kennzeichnung glutenfrei etwas ganz anderes bedeutet als ein vorsorglicher Warnhinweis.
Ein Produkt darf nur dann als glutenfrei deklariert werden, wenn es die Anforderungen für glutenfreie Lebensmittel erfüllt.
Was bedeutet das für Menschen mit Zöliakie?
Wenn diese Richtlinien schrittweise in europäisches Recht umgesetzt werden, können wir mehrere wichtige Verbesserungen erwarten:
weniger unbegründete kann enthalten-Kennzeichnungen;
einheitlichere Regeln in allen Ländern;
mehr Vertrauen in die Lebensmittelkennzeichnung;
mehr Produkte ohne unnötige Warnungen;
besseres Management von Kreuzkontaminationen in der Produktion.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass die kann enthalten-Hinweise völlig verschwinden werden. Sie werden weiterhin dort eingesetzt, wo ein tatsächliches Risiko besteht. Wichtig ist jedoch, dass sie dadurch einen viel höheren Wert und eine größere Glaubwürdigkeit als heute haben werden.
Wie geht es weiter?
Die Verabschiedung der Richtlinien ist erst der erste Schritt.
Nun müssen die einzelnen Staaten und die Europäische Union Gesetze ausarbeiten, um diese Empfehlungen in die Praxis umzusetzen. Dieser Prozess wird voraussichtlich einige Jahre dauern.
Die Richtung der Entwicklung ist jedoch klar.
Nach Jahren, in denen auf die übermäßige Verwendung von kann enthalten-Hinweisen hingewiesen wurde, bewegen sich die internationalen Standards hin zu einer wissenschaftlich fundierteren, transparenteren und konsistenteren Kennzeichnung.
Für Menschen mit Zöliakie sind das sehr gute Nachrichten.
Gluten-Free Hub EU wird die Entwicklungen weiterhin verfolgen und Sie über alle wichtigen Änderungen auf dem Laufenden halten.
Was gibt es Neues?


















