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MYTHOS 1: Zöliakiebetroffene dürfen nur Produkte mit der Kennzeichnung „glutenfrei“ essen
FAKT
Dies ist einer der größten Mythen bei Zöliakie. Viele Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei und benötigen daher überhaupt keine Kennzeichnung „glutenfrei“. Frisches Fleisch, Fisch, Eier, Obst, Gemüse, Reis, Kartoffeln, Milch, Butter, Hülsenfrüchte und viele Käsesorten sind von Natur aus glutenfrei.
Der Schlüssel liegt im Verständnis der Deklarationen. In der EU müssen alle Allergene klar gekennzeichnet sein. Wenn Gluten in der Deklaration nicht aufgeführt ist, ist es im Produkt auch nicht enthalten. Eine Ausnahme bilden gemahlene Produkte wie Mehl, Semmelbrösel und Flocken, die die Kennzeichnung „glutenfrei“ tragen müssen.
MYTHOS 2: Geriebener Käse enthält Mehl
FAKT
Gemäß den EU-Vorschriften wird Stärke – nicht Mehl – als Trennmittel verwendet. Wenn die Stärke Gluten enthielte, müsste sie deutlich als Allergen gekennzeichnet sein. Die Hersteller verwenden fast immer Mais- oder Kartoffelstärke, die für Zöliakiebetroffene sicher sind.
MYTHOS 3: Schimmelkäse ist nicht sicher
FAKT
Obwohl Schimmelpilze manchmal auf glutenhaltigen Nährböden gezüchtet werden, enthält das Endprodukt keine gefährlichen Mengen an Gluten. Analysen zeigen, dass Schimmelkäse einen Glutengehalt aufweist, der weit unter dem gesetzlichen Grenzwert für glutenfreie Lebensmittel liegt.
MYTHOS 4: Zöliakiebetroffene dürfen niemals Hafer essen
FAKT
Die meisten Menschen mit Zöliakie vertragen zertifizierten glutenfreien Hafer gut. Das Hauptproblem bei normalem Hafer ist die Kontamination mit Weizen, Gerste oder Roggen während des Anbaus und der Verarbeitung. Daher ist es wichtig, Hafer mit der Kennzeichnung „glutenfrei“ zu wählen.
Ein kleiner Prozentsatz der Menschen kann auf Avenin reagieren, ein Protein im Hafer.
MYTHOS 5: Briefumschläge und Briefmarken enthalten gefährliches Gluten
FAKT
Moderne Briefumschläge und Briefmarken sind in der Regel sicher. Die meisten sind heutzutage selbstklebend, und das Risiko bei klassischen Klebstoffen ist extrem gering. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Ablecken von Briefmarken oder Umschlägen bei Zöliakie zu Darmschädigungen führt.
MYTHOS 6: Zöliakiebetroffene dürfen nichts essen, was Weizen enthält
FAKT
Weizen an sich ist nicht immer das Problem – das Problem ist Gluten. Einige Produkte enthalten speziell verarbeitete Weizenbestandteile, aus denen Gluten bis zu einem sicheren Grenzwert entfernt wurde. Wenn ein Produkt als „glutenfrei“ gekennzeichnet ist, ist es sicher, selbst wenn es glutenfreie Weizenstärke enthält.
MYTHOS 7: E-Nummern und Zusatzstoffe enthalten oft verstecktes Gluten
FAKT
E-Nummern, Zusatzstoffe und Aromen enthalten kein Gluten, es sei denn, dies ist auf der Deklaration deutlich angegeben. In der EU müssen alle Allergene immer klar gekennzeichnet sein – auch wenn sie Teil von Zusatzstoffen oder Aromen sind. Wenn Gluten nicht in den Zutaten oder Warnhinweisen aufgeführt ist, ist es im Produkt nicht enthalten.
MYTHOS 8: Bei Zöliakie muss man Verdauungsprobleme haben
FAKT
Viele Menschen mit Zöliakie haben keine ausgeprägten Verdauungssymptome. Zöliakie kann sich auch durch Müdigkeit, Blutarmut, Kopfschmerzen, Osteoporose, Hautprobleme oder neurologische Symptome äußern.
MYTHOS 9: Ein bisschen Gluten schadet ab und zu nicht
FAKT
Auch ohne Symptome kann Gluten dennoch den Darm schädigen. Für Menschen mit Zöliakie ist eine glutenfreie Ernährung keine Lifestyle-Entscheidung, sondern eine medizinische Therapie.
MYTHOS 10: Glutenfreie Ernährung ist automatisch gesünder
FAKT
Eine glutenfreie Ernährung ist für Menschen mit Zöliakie lebensnotwendig, aber glutenfreie Produkte sind nicht unbedingt gesünder. Einige enthalten mehr Zucker, Fett oder Zusatzstoffe als herkömmliche Produkte. Eine gesunde glutenfreie Ernährung sollte dennoch ausgewogen sein und hauptsächlich auf von Natur aus glutenfreien Lebensmitteln basieren.
Fazit
Im Internet wimmelt es von Mythen über Zöliakie, und Fehlinformationen verbreiten sich oft schneller als Fakten. Zuverlässige Informationen, das Verständnis der EU-Gesetzgebung und evidenzbasierte Leitlinien helfen Menschen mit Zöliakie, sicher zu leben — ohne unnötige Angst.
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