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Warum ist das für Zöliakiebetroffene wichtig?
Bei Gluten-Free Hub EU verfolgen wir die Entwicklungen im Bereich der Lebensmittelkennzeichnungsgesetzgebung aufmerksam – denn jede Änderung hat direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben von Menschen mit Zöliakie.
Wie wir bereits in einem früheren Artikel über die geplanten Änderungen der EU-Regeln für die PAL-Kennzeichnung berichtet haben, hat die Europäische Kommission bereits eine Harmonisierung der Regeln angekündigt. Nun wurde ein wichtiger internationaler Meilenstein erreicht, der als Grundlage für diese Gesetzgebung dienen wird.
Auch wenn wir die Änderungen auf den Produktverpackungen nicht von heute auf morgen bemerken werden, ist dies ein sehr wichtiger Schritt nach vorn.
Ein großer Sieg: Gluten ist nun Teil der Richtlinien
Als die Ausarbeitung der Richtlinien begann, waren Gluten und Zöliakie in den Entwürfen gar nicht angemessen berücksichtigt.
Dank der intensiven Arbeit der AOECS, der nationalen Zöliakiegesellschaften und von Allergieexperten wurde Gluten schließlich in den Endtext aufgenommen.
Dies bedeutet, dass die Zöliakie nun offiziell im Rahmen des PAL-Systems anerkannt ist, das zur Steuerung von Kreuzkontaminationsrisiken eingesetzt wird – zum ersten Mal auf internationaler Ebene.
Was bringen die neuen Richtlinien?
Es wurden mehrere wichtige Grundsätze verabschiedet:
1. Weniger unnötige „Kann enthalten“-Warnungen
Der größte Nutzen für Zöliakiebetroffene ist die Reduzierung der übermäßigen Verwendung von PAL-Warnungen. Die Hersteller dürfen den Warnhinweis „Kann Gluten enthalten“ nicht mehr rein vorsorglich oder zur rechtlichen Absicherung verwenden.
Die Warnung ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Risikobewertung eine tatsächliche Wahrscheinlichkeit einer Kreuzkontamination über bestimmten Grenzwerten ergibt.
2. Einführung eines Referenzwerts für Gluten
Codex hat eine Referenzdosis von 4 mg Gluten festgelegt. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies nicht dasselbe ist wie die Grenze von 20 mg/kg für die Kennzeichnung „glutenfrei“.
Es handelt sich um zwei verschiedene Systeme:
Die Kennzeichnung „glutenfrei“ basiert auf der Gluten-Konzentration im Produkt,
PAL basiert auf der Gesamtmenge an Gluten, die eine Person in einer normalen Portion zu sich nehmen würde.
Diese beiden Zahlen können daher nicht direkt miteinander verglichen werden.
3. Ein Produkt kann nicht gleichzeitig „glutenfrei“ sein und einen PAL-Warnhinweis für Gluten tragen
Dies war eine der Kernforderungen der AOECS. Die Richtlinien legen klar fest, dass ein Produkt mit der Warnung „Kann Gluten enthalten“ nicht gleichzeitig die Kennzeichnung „glutenfrei“ tragen darf.
Dies verhindert Verwirrung bei den Verbrauchern und stärkt das Vertrauen in das „glutenfrei“-Label.
4. Gluten und PAL sind nun klar voneinander getrennte Begriffe
Ein PAL-Warnhinweis bedeutet: Es besteht ein potenzielles Risiko einer Kreuzkontamination.
Die Kennzeichnung „glutenfrei“ bedeutet: Das Produkt ist speziell hergestellt und entspricht den Anforderungen für glutenfreie Lebensmittel.
Dies sind zwei völlig unterschiedliche Informationen, die nicht vermischt werden dürfen.
Was bedeutet das für die Zukunft in der EU?
Die Europäische Kommission hat bereits bestätigt, dass sie harmonisierte Regeln für PAL in der gesamten EU erarbeiten möchte. Auf einem kürzlich stattgefundenen AOECS-Webinar erklärten Vertreter der Kommission, dass sie mit den neuen Codex-Richtlinien sehr zufrieden sind, da sie weitgehend mit dem europäischen Ansatz übereinstimmen.
In den kommenden Jahren werden die EFSA, die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten die europäische Gesetzgebung ausarbeiten, die auf diesen Richtlinien basieren wird.
Sollte die EU den Codex-Empfehlungen folgen, könnte dies Folgendes bedeuten:
✅ weniger unnötige „Kann Gluten enthalten“-Warnungen
✅ harmonisiertere Regeln in der gesamten EU
✅ eine größere Produktauswahl für Menschen mit Zöliakie
✅ mehr Vertrauen in die Lebensmittelkennzeichnung
✅ eine wissenschaftlich fundiertere Bewertung des Kreuzkontaminationsrisikos
Fazit
Obwohl es noch einige Jahre dauern wird, bis sich die tatsächlichen Änderungen in den Verkaufsregalen bemerkbar machen, stellt die Verabschiedung dieser Richtlinien einen wirklich wichtigen Meilenstein dar.
Zum ersten Mal wurden die Bedürfnisse von Menschen mit Zöliakie im Rahmen des Systems der vorsorglichen Allergenkennzeichnung auf globaler Ebene klar definiert. Dies ebnet den Weg für eine klarere, einheitlichere und nützlichere Lebensmittelkennzeichnung – in Europa und weltweit.
Was gibt es Neues?

















